Kinderyoga-Spiele zur Stärkung des Körpergefühls

Das eigene Körpergefühl ist ein entscheidender Faktor bei der kindlichen Entwicklung. Denn nur wer sich im eigenen Körper wohl fühlt, kann auch ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln. Ein positives Körpergefühl entwickeln Kinder durch verschiedene Faktoren so zum Beispiel durch schmusen und kuscheln mit den Eltern, barfuß über die Wiese laufen, rennen, springen, klettern oder turnen. Auch in der Kinderyogastunde können wir die Kinder dabei unterstützen ein positives Körpergefühl zu entwickeln. Deshalb möchte ich dir heute einige Spiele für die Kinderyogastunde vorstellen, die das Körpergefühl der Kinder gezielt stärken können.

 

Strohhalm-Spiel

Für dieses Spiel benötigst du lediglich eine Handvoll Strohhalme und eine Banderole aus Papier, die die Strohhalme locker zusammenhält. Für die Banderole schneidest du dir einfach aus einem Stück Papier ein schmales Stück aus und klebst es mit Kleber an den Enden zusammen. Die Banderole sollte so groß sein, dass die Strohhalme locker darin strecken und etwas auseinander fallen können.

Die Strohhalme werden so in die Mitte gestellt. Die Kinder haben nun die Aufgabe nacheinander immer einen Strohhalm herauszuziehen. Die anderen Strohhalme dürfen sich bewegen, aber die ganze Konstruktion darf nicht umfallen. Sobald sie umfällt ist das Spiel verloren!

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Dasjenige Kind, welches an der Reihe ist, zieht aber nicht einfach so einen Strohhalm, sondern kommt vorher in eine Asana. Aus dieser Asana heraus, wird dann ein Stohhalm gezogen. So wird während des Spiels das Körpergefühl der Kinder gestärkt!

Mögliche Asana für dieses Spiel sind zum Beispiel die Tiefe Hocke (Malasana), die Stehende Vorwärtsbeuge (Uttanasana) oder der Sprinter / Lunge (Anjaneyasana). Für geübte Yoga-Kindern oder auch Jugendliche kannst du hier auch herausfordernde Asana auswählen wie zum Beispiel der Held III (Virabhadrasana III) oder Stehender Spagat (Urdhva Prasarita Eka Padasana).

 

Die kleine Waage

Die kleine Waage ist eine Balance- und Koordinationsübung. Hierzu liegen die Matten am besten in einem Kreis, so dass man sich mit den Händen in der Mitte treffen kann. Die Kinder beginnen im Vierfüßler-Stand und strecken dann rechten Arm nach vorne und gleichzeitig das linke Bein nach hinten; der Körper sollte möglichst in einer Linie gehalten werden. Danach kommen alle zurück in den Vierfüßler-Stand und es werden die Seiten gewechselt: der linke Arm wird nach vorne gestreckt und gleichzeitig das rechte Bein nach hinten. Und so geht es dann immer weiter. Damit die Übung auch zum Kinderyoga passt und nicht ganz so langweilig ist, wie sich die Beschreibung vielleicht anhört, solltest du einige Details einfließen lassen.

Eine Fragerunde bringt hier gleich mehr Spaß in die Übung. Diese könnte zum Beispiel so aussehen: Wenn der rechte Arm und das linke Bein ausgestreckt werden, nennen die Kinder nacheinander ihre Lieblings-Eissorte. Wenn jedes Kind eine Eissorte genannt hat, erfolgt der Wechsel: linker Arm und rechtes Bein. Auf dieser Seite nennt jedes Kind sein Lieblings-Tier. So kannst du die Übung etwas spannender gestalten und die Möglichkeiten für solche Fragerunden sind unbegrenzt: Farben, Yoga-Positionen, Lieblings-Spielzeug, Hobbys, beste Freundin oder bester Freund usw. Zudem eignet sich diese Übung auch toll für den Beginn eines neuen Yoga-Kurses, um sich besser kennen zu lernen.

Um den Kindern die Koordination etwas zu erleichtern, kann man Arm und Bein kennzeichnen. Ich stelle dann zum Beispiel jedem Kind neben das linke Bein eine Gummiente und auf die rechte Hand bekommt jedes Kind eine Ente aufgestempelt. Rechtes Bein und linke Hand bleiben „neutral“. So wird die Zusammengehörigkeit verdeutlicht und es ist für die Kinder gerade am Anfang etwas einfacher mit der Koordination.

 

Yoga am Ball

Bei "Yoga am Ball" geht es darum Yoga-Positionen an einem Ball auszuführen. Hierfür kannst du zum Beispiel einfach einen Gymnastikball oder einen aufblasbaren Wasserball nehmen. Den Ball legst du in die Mitte. Die Yoga-Kinder haben nun die Aufgabe sich eine Yoga-Position zu überlegen, die sie neben dem Ball ausführen können. Bedingung ist dabei, dass jedes Kind in der Yoga-Position mit irgendeinem Körperteil den Ball berührt. Hierbei kann man mit verschiedenen Bällen arbeiten. Je kleiner der Ball ist, desto größer ist die Herausforderung!

 

Kegeln nach Schmetterlingen

Für das Spiel "Kegeln nach Schmetterlingen" braucht man einen kleinen Ball und einige Yoga-Matten, um das Spielfeld abzugrenzen. Bei einer Gruppe von 6 Kindern werden 2 Kinder als Kegler ausgesucht und die anderen 4 Kinder sind Schmetterlinge. Das Spielfeld sollte mit den Yoga-Matten so abgrenzt werden, dass die 4 Schmetterlinge in dem Spielfeld genug Platz haben, um sich zu bewegen und die Kegler in ca. 1,50 m Abstand von den Schmetterlingen stehen.

Kinder, die als Schmetterlinge ausgesucht wurden befinden sich innerhalb des Spielfeldes und nehmen die Yoga-Position Schmetterling (Bhadrasana) ein. Die Kegler stehen außerhalb des Spielfeldes. Abwechselnd versuchen die beiden Kegler mit dem Ball nach Schmetterlingen zu kegeln, wobei es nur erlaubt es den Ball über den Boden zu rollen. Die Schmetterlinge können dem Ball ausweichen, allerdings muß dabei immer eine Hand am Fußgelenk bleiben und die Füße müssen sich immer an irgendeiner Stelle berühren. Hat ein Kegler einen Schmetterling mit dem Ball berührt, werden die Plätze getauscht. Der Kegler wird zum Schmetterling und der Schmetterling geht raus zum Kegeln.

Um den Schwierigkeitsgrad etwas zu erhöhen, kann man anstatt der Yoga-Position Schmetterling auch die Blume für dieses Spiel nehmen. Für diese Asana ist die Ausgangsposition der Schmetterling. Dann werden die  Arme unter den Knien hindurch geführt; der rechte Arm unter das rechte Knie, der linke Arm unter das linke Knie. Die Hände schauen neben den Beinen außen heraus. Nun die Füße und Beine vom Boden abheben und auf den Sitzknochen balancieren.

 

Zauberkleber

Für dieses Spiel mussst du dir eine Zauberklebertube basteln. Am besten nimmst  du dir hierzu eine leere Tube und beklebst sie mit Glitzerfolie. Lass einfach deiner Fantasie freien Lauf. Hauptsache es sieht verzaubert aus!

Bevor das Spiel losgeht erhält jedes Kind unsichtbaren Zauberkleber auf die Hände. Anschließend können sich die Kinder frei im Raum bewegen, dabei dürfen sie sich nicht gegenseitig und auch keine Gegenstände im Raum berühren. Auf ein Signal hin bleiben alle Kinder stehen und du rufst ein Körperteil auf. Zum Beispiel: „Zauberkleber klebt auf dem Bauch!“ Die Hände müssen so lange auf dem Bauch „kleben“ bleiben bis das Signal wieder ertönt. Dann geht es weiter. Nacheinander rufst du verschiedene Körperteile bzw. Körperbereiche auf.

 

Der reisende Luftballon

Für die Grundvariante des Spiels benötigst du einfach nur einen Luftballon. Dieser wird von Kind zu Kind weitergegeben. Allerdings dürfen dafür nicht die Hände benutzt werden, sondern nur die Füße. Alle Kinder sitzen in einem Kreis und das Kind, welches anfängt nimmt den Luftballon zwischen die Füße und gibt ihn dann an das nächste Kind weiter, dass ihn mit den Füßen aufnimmt. So geht es immer weiter in der Runde. Die Kinder müssen darauf achten, vorsichtig mit dem Luftballon und den Füßen zu sein, da ein Luftballon natürlich schnell platzen kann.

Das Spiel kannst du unterschiedlich variieren in dem du zum Beispiel zwei oder mehr Luftballons benutzt, die in der Runde umhergehen. Ich benutze auch oft verschiedene Arten von Bällen, die unterschiedliche Größen haben, so zum Beispiel einen Golfball, einen Baseball, einen Wasserball oder auch Tennisbälle. Je kleiner die Bälle sind, desto schwieriger wird es mit den Füßen zu greifen.

 

Weitere Spielideen für die Kinderyogastunde findest du hier:

 

Bilderquelle: © African Studio 144251461 Fotolia.com

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