Der Regenstab in der Kinderyogastunde

Der Regenstab (Regenmacher, Rainmaker, Rainstick) hat seinen Ursprung im Norden Chiles beim Indianerstamm der Diaguitas. Sie bauten einen solchen Regenstab erstmals und verwendeten ihn für Regenzeremonien, denn die dortige Region im Norden Chiles zählt zu den trockensten der Welt. Darüber hinaus setzten ihn die Indianer dort auch als Rhythmus-Instrument für ihre Tänze ein. Ursprünglich hergestellt wurde der Regenstab aus abgestorbenem und bereits verholztem Kaktusstamm, der im inneren hohl ist. Die Stacheln wurden einfach nach innen geschlagen. Dann wurde der Kaktusstamm mit Kieselsteinen gefüllt und an den beiden Enden verschlossen.

Der besondere Klang des Regenstabes entsteht, wenn die Kieselsteine an den nach innen geschlagenen Kaktusstacheln entlangrieseln. Indem man den Regenstab wie eine Sanduhr langsam und gleichmäßig dreht, erhält man einen langanhaltenden, gleichmäßigen Klang, weil so die Steinchen langsam von Stachel zu Stachel fallen können. Unterschiedliche Bewegungen des Regenstabes erzeugen hingegen eine wechselnde Intensität des Geräusches.

Regenstäbe gibt es in ganz unterschiedlichen Größen angefangen bei einer Länge von ca. 25 cm bis zu 150 cm. Auch vom Durchmesser her variieren die Regenstäbe. Hier gibt es dünne Regenstäbe mit 4 bis 5 cm im Durchmesser oder dicke mit einem Durchmesser von 6 bis 7 cm. Regenstäbe mit einem sehr breiten Durchmesser haben ein extrem hohes Klangvolumen.

Der Regenstab wird auch als Effektinstrument bezeichnet und gerne in der Musik- und Klangtherapie verwendet. Aber auch als Hintergrund bei meditativer Musik kommt der Regenstab gerne zum Einsatz. Durch seinen faszinierenden Klang mit dem man rauschendes oder tröpfelndes Wasser simulieren kann oder auch einen kräftigen Regenschauer, fesselt er schnell die Aufmerksamkeit und Konzentration von Kindern und regt ihre Fantasie an. Genauso, wie ein kräftiger Regen die Natur reinigt, so haben auch Visualisierungsübungen und Fantasiereisen mit dem Thema Regen eine reinigende und beruhigende Wirkung auf unseren Geist. Ein Regenstab kann diese Wirkung nochmals unterstützen und fördern.

 

Einsatzmöglichkeiten des Regenstabes in der Kinderyogastunde

Ein Regenstab lässt sich auch in Yogastunden mit Kindern vielseitig einsetzen. So kann er im Rahmen von Achtsamkeits-Übungen oder Ritualen in der Kinderyogastunde verwendet werden oder aber auch begleitend bei Visualisierungsübungen, Fantasiereisen oder Asana. Hier einige Anregungen für dich:

Das Stille-Ritual zum Ankommen
Den Regenstab als Stille-Ritual zum Ankommen am Anfang der Stunde eingesetzt, kann den Kindern dabei helfen zur Ruhe zu kommen und ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren. Erzeuge hierzu mit dem Regenstab zuerst einen kräftig prasselnden Regen und lasse ihn dann langsam zu einem sanft tröpfelnden Regen abklingen. Nach einigen Minuten hört der Regen ganz auf und wir kommen in der Stille an.

Lockerungs-Übung "Regentropfen abschütteln"
Die Kinder stehen in der Berghaltung (Tadasana) und schließen die Augen. Sie stelle sich vor wie Regen aufzieht und langsam immer stärker wird. Du erzeugst mit dem Regenstab die entsprechende Intensität des Regens. Die Kinder stellen sich vor, wie sie vom Regen ganz nass werden, aber das ist natürlich nicht schlimm; ganz im Gegenteil! Der Regen hat nicht nur in der Natur eine reinigende und erfrischende Wirkung, sondern auch auf uns. Langsam lässt der Regen nach und es hört auf zu regnen. Erfrischt schütteln wir die Regentropfen von uns ab, wie ein naßer Hund!

Yoga-Übung "Scheibenwischer"
Die Kinder kommen in die Sitzposition und legen die Hände an die Schultern, so dass die Daumen hinten an den Schultern liegen und die übrigen Finger vorne. Dann die Wirbelsäule lang strecken und mit dem Oberkörper in die Seitbeuge nach rechts kommen. Dann kommen die Kinder wieder zur Mitte zurück und gehen auf der linken Seite in die Seitbeuge. So geht es immer weiter und die Kinder kommen abwechselnd in die Seitbeuge. Dabei stellen sie sich vor sie sind ein Scheibewischer an einer Autoscheibe und sorgen für klare Sich beim Autofahren. Mit dem Regenstab erzeugst du die Regen-Geräusche; mal regnet es stärker und der Scheibenwischer geht schneller und dann lässt der Regen wieder etwas nach und der Scheibenwischer wird langsamer.

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