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Die Pubertät ist für Jugendliche eine besonders sensible Lebensphase, denn es müssen viele Aufgaben bewältigt werden. Die körperliche Entwicklung, das Finden der eigenen Identität, Druck in der Schule, die Loslösung von den Eltern oder die Rolle im Freundeskreis sind nur einige Beispiele, die oft eine psychische Belastung für Jugendliche darstellen. All diese Aufgaben, denen sich Jugendliche während der Pubertät stellen müssen, tragen jede Menge Konfliktpotenzial in sich und können Stressfaktoren für Jugendliche sein. Stress in dieser Lebensphase kann sich z.B. durch körperliche Anspannung, emotionale Gereiztheit, ein geringes Selbstwertgefühl, Aggressivität, eine ablehnende Haltung oder Gesundheitsbeeinträchtigungen wie z.B. Bauch- oder Kopfschmerzen äußern.

Stress wirkt sich aber auch immer auf den eigenen Atemrhythmus aus und beeinflusst diesen Negativ. So gerät man schnell in einen Teufelskreis, der körperlich wie emotional noch einmal zusätzlichen Stress bedeuten kann.

Zusammenhang zwischen Stress und Atmung

Stress ist unsere körperliche Reaktion auf Dinge, die uns herausfordern und ängstigen; die uns daran hindern unsere Absichten zu verfolgen oder einfach nur von uns Verlangen unser Verhalten zu ändern. Diese Dinge und Situationen werden Stressfaktoren genannt, unsere körperliche Reaktion darauf Stress. 

Wenn wir Stressfaktoren ausgesetzt sind, reagiert unser Körper immer auf die Gleiche Weise, egal was es ist: Realer Leistungs- oder Zeitdruck, Streitigkeiten, Sorgen oder negative und belastende Situationen, die wir uns einfach nur vorstellen und die nicht real sind.

Es ist eine erstaunliche Tatsache, dass unsere Gedanken nicht zwischen wirklichen
realen Ereignissen und Ereignissen unterscheiden, die wir uns einfach nur vorstellen.

Deshalb ist es so wichtig positives Denken zu üben, denn unsere Gedanken haben einen direkten Einfluss auf unseren Körper und deshalb auch auf unsere Gesundheit. Unsere Körperzellen belauschen ständig unsere Gedanken und verändern sich dementsprechend positiv oder negativ.

Wenn wir mit Stressfaktoren konfrontiert werden, ob sie real sind oder wir sie uns nur vorstellen, reagiert unser Körper darauf immer auf die gleiche Weise. Adrenalin und Cortisol werden in unser Blut freigesetzt. Unsere Herzfrequenz und der Blutdruck steigen. Unser Herz muss plötzlich viel mehr leisten, wodurch sein Sauerstoffbedarf enorm steigt. Unser Atemrhythmus verändert sich, unsere Muskeln spannen sich an. Unser Körper geht in den „Überlebensmodus“.

Befinden wir uns dauerhaft in einem solchen Zustand gefährdet dies unsere Gesundheit, denn unser Körper ist nur noch damit beschäftigt zu „Überleben“ und die hierfür notwendigen Systeme am Laufen zu halten. Er verwendet keinerlei Energie mehr für die Selbstheilung oder die Erneuerung der Körperzellen.

Immer wenn wir uns in einer stressigen Situation befinden,
spiegelt sich dies in unserer Atmung wieder.

Unser Hauptatemmuskel ist das Zwerchfell. Dieser Muskel ist dafür gemacht, die Arbeit der Atmung für uns ein Leben lang zu übernehmen. Während großer Anstrengungen unterstützen die Atemhilfsmuskeln im Bereich von Schultern und Brustkorb die Arbeit des Zwerchfells, in dem sie den Brustkorb intensiver bewegen, wodurch es möglich ist die Lungen mit mehr Sauerstoff zu versorgen. Die Brustatmung der Atemhilfsmuskeln steht im Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung wie z.B. beim Sport aber auch mit seelischer Anstrengung, denn sie hilft dem Körper in Ausnahmesituationen mehr Sauerstoff aufzunehmen. Bei dieser Art der Atmung wird für den gleichen Luftaustausch wesentlich mehr Energie verbraucht als bei der Bauchatmung! Da es sich bei den Atemhilfsmuskeln halt eben auch nur um Hilfsmuskeln für besondere Situationen handelt, ermüden sie relativ schnell, was zu Verspannungen im Bereich der Schulter- und Brustmuskulatur führt.

Steht man ständig unter Stress und Anspannung und atmet deshalb überwiegend durch die Brustatmung gerät man schnell in einen Teufelskreis. Denn dauerhafte Brustatmung führt wiederum zu allgemeiner Erschöpfung, Anspannung und Unruhe.

Durch den Atem bekommt unsere Seele
die Möglichkeit zu sprechen.
~ Danna Faulds

Kurskonzept für Teenageryoga "Mit Yoga gegen Stress & Burnout - Deep Relax"

Das Kurskonzept „Mit Yoga gegen Stress & Burnout – Deep Relax“ richtet sich an Jugendliche ab 12 Jahren und enthält 4 aueinander abgestimmte Stundenbilder. Es kann im Rahmen der Prävention eingesetzt werden, ist aber insbesondere für Jugendliche geeignet, die bereits unter ersten Stresssymptomen oder auch Burn-Out leiden. Der Schwerpunkt des Kurskonzeptes liegt auf einfachen Atemübungen (Pranayama), dem Mondgruß (Chandra Namaskar) sowie passiven Yoga-Übungen aus dem Yin Yoga. Zudem wird mit den Jugendlichen in jeder Yogastunde gezielt die Beobachtung der eigenen Atmung geübt und dann gemeinsam in ein „Atemtagebuch“, das dem Kurskonzept als Anlage beigefügt ist, eingetragen. Beendet wird jede Stunde in Shavasana mit einer entsprechenden Entspannungs- oder Visualisierungsübung. 

 

Stress & Burnout bei Teenagern - Die Atmung

 

Bilderquelle: © Jacob Lund 119253508 Fotolia.com

Prüfungen und Testsituationen können für Kinder extremen Stress bedeuteten auch wenn eine gewisse Nervosität in solchen Situationen durchaus normal ist. Psychologische Untersuchungen haben festgestellt, dass immer mehr Kinder im Alter von 9 bis 17 Jahren Ängste in Prüfungen und Testsituationen entwickeln und oft beginnt es schon mit ersten Ängsten in der Grundschule. Im weiteren schulischen Verlauf kann sich diese Angst immer weiter steigern. Die Ursachen für eine Prüfungsangst bei Kindern können vielfältig sein:

  • Mangelndes Selbstbewusstsein
  • Falsche Lernstrategien
  • Hohe Erwartungen von den Eltern
  • Überforderung
  • Persönlichkeit und Unterrichtsstil des Lehrers
  • Misserfolgserwartungen
  • Angst vor den Folgen einer schlechten Note

Genauso wie die Ursachen können auch die Symptome der Prüfungsangst bei Kindern vielfältig sein. Sie zeigen sich auf den folgenden 3 Ebenen:

  • Körperliche Ebene: Die Prüfungsangst kann sich bei Kindern durch Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Magenschmerzen, Übelkeit oder Schwindel zeigen. Auch Kopfschmerzen, Migräne oder Schlafstörungen deuten auf Ängste hin.
  • Gedankenebene: Prüfungsangst bedeutet für diese Kinder immer auch die Angst vor dem persönlichen Versagen. Sie haben eine negative Einstellung zu sich selbst und zur ihrer Umwelt. Sie haben kein realistisches Selbstbild und bewerten sich in ihrem Umfeld als unzureichend. Durch diesen Teufelskreis kann sich die Angst immer weiter verstärken.
  • Verhaltensebene: Die Angst besteht nicht nur in der eigentlichen Situation der Prüfung, sondern beherrscht auch den Alltag. Kinder lernen häufig ohne Unterbrechung, um sich bestmöglich auf die Prüfung vorzubereiten. Bei anderen ist richtiges Lernen aufgrund von körperlicher und geistiger Anspannung kaum möglich.

Umso wichtiger ist es Kindern frühzeitig Hilfsmittel und Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie diese Belastungsphasen besser meistern können. Als Kinderyogalehrerin kann man hier spezielle Kurse wie zum Beispiel „Mit Yoga gegen die Prüfungsangst“ für Kinder anbieten. Die Kursstunden sollten mit folgenden Inhalten gestaltet werden von den Kinder mit Prüfungsangst bei regelmäßigem Üben am meisten profitieren können:

  • Entspannungsübungen wie z.B. Yoga Nidra
  • Konzentrationsübungen, um die eigene Konzentration besser kennen zulernen und gezielt zu fördern.
  • Visualisierungsübungen: Wenn wir nervös sind erzeugen wir negative Bilder in unserem Kopf. Dem kann man entgegenwirken indem man übt positive mentale Bilder in Stress- und Angstsituationen entstehen zu lassen.
  • Affirmationen: Kinder und Jugendliche mit Prüfungsangst leiden in den meisten Fällen unter einem schlecht ausgebildeten Selbstbewusstsein. Mit Affirmationen kann das Selbstbewusstsein gesteigert werden.
  • Übungen zur Entspannung von Nacken, Schultern und Rücken: Kurze Entspannungssequenzen für Nacken, Schultern und Rücken, die beim Sitzen und Schreiben besonders beansprucht werden, ergänzen die Yogastunde sinnvoll.

Im Download-Shop findet ihr das Kurskonzept "Voll konzentriert - Balance üben & Konzentration fördern" für Jugendliche ab 10 Jahren. In dem Konzept geht es darum mit Hilfe von unterschiedlichen Gleichgewichtshaltungen, die im Fokus der einzelnen Stundenbilder stehen die eigene Konzentration besser kennen zulernen und gezielt zu fördern.

 

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