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Vielleicht kennst du auch die folgende Situation: Das Stundenbild für die nächste Kinderyogastunde ist soweit fertig und es fehlt nur noch die passende Fantasiereise für den Abschluss, die natürlich zum Thema der Stunde passen sollte. Du gehst auf die Suche und findest nach einer gefühlten Ewigkeit eine Fantasiereise, die zumindest einigermaßen zum Thema passt. Aber halt eben nur einigermaßen.

Warum also nicht Fantasiereisen einfach selbst schreiben? Das ist gar nicht so schwer, wenn du einige Punkte beachtest!

Fantasiereisen sind immer nach der gleichen Struktur aufgebaut und bestehen aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Dieser Aufbau stellt sicher, dass die Kinder schnell mit der Geschichte vertraut werden, während der Geschichte aufmerksam bleiben und einfach wieder zurück finden.

Die Einleitung einer Fantasiereise soll den Kindern dabei helfen, sich von der Außenwelt zurückziehen, Gedanken und Sorgen los zulassen, einen Zugang zu der Fantasiereise zu bekommen und die Entspannung vorzubereiten. Im Einleitungstext kommen oft Formulierungen vor wie zum Beispiel:

  • Lass die Gedanken vorbeiziehen wie Wolken am Himmel...
  • Verwandle deine Gedanken in Luftballons und lass sie losfliegen...
  • Lass den Tag hinter dir – die Schule, Hausaufgaben, Streit, Sorgen … und vergiss das, was heute noch vor dir liegt…

Zudem kannst du in die Einleitungsphase kleinere Übungen einbauen, die den Kindern dabei helfen geistig und körperlich zur Ruhe zu kommen und so die Entspannung ermöglichen. Besonders geeignet sind die Atemwippe, das verlängerte Ausatmen (2:1 Atmung) oder kleine Übungen zur Muskelentspannung. Auch in Bezug auf die Entspannung gibt es einige typische Formulierungen, die du immer wieder verwenden kannst:

  • Du wirst ganz still…
  • Lass dich in deine Matte sinken...
  • Lass deinen Körper schwer werden...
  • Gib dir die Erlaubnis eine kurze Auszeit zu nehmen und zu entspannen...

Gerade wenn du mit einer festen Gruppe arbeitest, ist es sinnvoll immer einen ähnlichen Einleitungstext zu verwenden. Dies erleichtert den Kindern den Zugang zu den Fantasiereisen und der Entspannung.

Die eigentliche Reise geht mit dem Hauptteil los. Bevor du an das Schreiben des Hauptteils gehst, solltest du dich fragen, was du mit der Fantasiereise bei den Kindern erreichen willst und was der Text bewirken soll. Hier einige Beispiele für mögliche Ziele:

  • Körperliche und geistige Entspannung
  • Kreativität anregen
  • Mut geben
  • Selbstbewusstsein stärken
  • Ängste oder Sorgen abbauen

Wichtig beim Schreiben des Hauptteils einer Fantasiereise ist, dass du das Ziel der Fantasiereise mit jeder Formulierung berücksichtigst, positive Worte wählst, die Sätze kurz hältst und genügend Pausen einplanst, damit für die Fantasie der Kinder genügend Raum ist. Weiterhin gibt es typische Textelemente, die einer Fantasiereise ihre Lebendigkeit geben:

  • Sinneswahrnehmungen: Du siehst/hörst/spürst...
  • Elemente zur Anregung der Fantasie: Was siehst/hörst/spürst du?
  • Fragen zur Selbstreflektion: An was erinnert dich das? 
  • Feste Handlungen: Du gehst am Fluss entlang weiter. Du beobachtest den Schmetterling.

Genauso wie die Einleitung einer Fantasiereise dazu dient, sich von der Außenwelt zurückziehen, so dient der Abschluss einer Fantasiereise dazu wieder bewusst mit allen Sinnen zurückzukehren. Auch hier ist es sinnvoll, dass du für die Rückholung immer einen ähnlichen Ablauf nutzt. Die Rückholung sollte schrittweise passieren und kann wie folgt ablaufen:

  1. Ankündigung wieder zurückzukehren
  2. Atem bewusst spüren
  3. Körper bewusst spüren
  4. Atmung vertiefen
  5. Kleine Bewegungen in den Körper bringen
  6. Augen wieder öffnen.

Nach Abschluss der Fantasiereise ist es wichtig sich gemeinsam noch ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um über das erlebte zu sprechen oder zumindest die Möglichkeit dazu anzubieten. Für Kinder ist es auch immer ein schöner Abschluss zu der Fantasierreise und dem damit erlebten ein Bild zu malen.

 

Die Fantasie ist das Auge der Seele.

~ Joseph Joubert

 

fantasiereisen kinderyoga

Bilderquelle: © AZemdega 157607903 iStockphoto.com

Unter Visualisierung wird die Fähigkeit verstanden mit geschlossenen Augen Bilder vor dem inneren oder geistigen Auge zu sehen, genauso wie auf einem Bildschirm. Hierdurch soll ein bestimmtes Gefühl herbeigeführt werden wie zum Beispiel das Gefühl der Entspannung oder Geborgenheit. Mit Hilfe von Visualisierungsübungen finden Kinder Ruhe und Entspannung vom Stress und der Hektik des Alltags. Zudem sind sie ein idealer Abschluss einer Kinderyogastunde im Rahmen von Shavasana.

Visualisierungsübungen kann man auf verschiedene Arten gestalten. Eine Möglichkeit ist es sie passend zum Thema der Yogastunde zu formulieren. Eine andere Möglichkeit ist es immer die gleiche Visualisierungsübung als Grundlage zu nehmen und sie an die aktuelle Situation oder Thematik anzupassen. Im folgenden möchte ich dir einige Visualisierungsübungen vorstellen, die sich als eine solche Grundlage eignen:

 

Die heilende Kraft der Farben

Gefühle mit Farben zu verbinden ist eine bekannte Übung auch für Kinder. Die Farbe zu einem bestimmten Gefühl kann für jeden für uns allerdings unterschiedlich sein und die Farbe eines Gefühles kann sich auch mit der Zeit verändern. Die Visualisierung von Farben kann dabei helfen starke Gefühle zu besänftigen, positive Gefühle zu verstärken oder das Gefühl der Entspannung unterstützen. So kann man zum Beispiel ein tiefes Waldgrün mit Ruhe und Entspannung verknüpfen oder ein kräftiges Eisblau dazu nutzen Zorn und Wut zu besänftigen.

 

Dein Zauberer

Der persönliche Zauberer ist Freund, magischer Lehrer und weiser Wegbegleiter der Kinder zugleich. Er unterstützt mit seiner Magie in dem er den Kindern magische Kräfte für eine schwierige Situation oder eine bevorstehende Herausforderung geben kann, er kann mit seinem Zauberstaub starke Gefühle besänftigen und teilt seine Weisheit gerne mit anderen. Bei dieser Visualisierungsübung ist es wichtig, dass die Kinder erst einmal ihren persönlichen Zauberer erschaffen und visualisieren: Wie sieht der Zauberer aus? Was hat er an? Trägt er Zauberhut und Umhang und vielleicht auch einen Zauberstab? Nachdem jedes Kind seinen persönlichen Zauberer kennengelernt hat, folgen dann weitere Visualisierungsübungen mit dem Zauberer.

 

Der besondere Ort

Der besondere Ort ist eine klassische Visualisierungsübungen. Der besondere Ort befindet sich in der inneren Welt eines Kindes. Hierhin kann es sich immer zurückziehen und dem Alltag entfliehen. Auch bei dieser Visualisierungsübung ist es wichtig den Kindern erst einmal die Möglichkeit zu geben ihren besonderen Ort zu finden und zu gestalten; ihn zu spüren und zu erleben.

 

Die Wichtelgeschenke

Jedes Kind kennt die Wichtel vom Weihnachtsmann, die mit den Geschenken zu Weihnachten helfen. Aber die Wichtel können Kinder auch im Alltag begleiten und ihnen Geschenke machen. Geschenke müssen nicht immer Gegenstände sein; es kann auch eine Idee sein, eine Lösung für ein Problem oder eine Portion Mut für die nächste Mathe-Arbeit. So ein Wichtel kann für Kinder ebenfalls ein treuer Begleiter sein und in Visualisierungsübungen kann der Wichtel mit seinen Geschenken auf ganz unterschiedliche Art und Weise eingesetzt werden.

 

Das Krafttier

Jedes Tier hat bestimmte Eigenschaften, die Kindern helfen und Kraft geben können. Da gibt es den mutige Löwen oder den Igel, der vielleicht klein ist und nicht gut sieht, aber dafür umso besser Hören und Riechen kann. Auch ein bestimmtes Tier kann so für Kinder ein Begleiter werden und im Rahmen von Visualisierungsübungen vielseitig  zur Entspannung eingesetzt werden.

 

 

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