Organisatorische Hürden bei Kinderyogakursen.

Diejenigen, die mich hier auf Karma Kids Yoga schon länger begleiten, wissen, dass ich meine allerersten Kinderyogakurse in einem Kindergarten durchgeführt habe und dabei jede Menge Erfahrungen gesammelt habe. Das ist nun mittlerweile über 9 Jahre her. In diesem Beitrag möchte ich dir einmal von einigen wichtigen Erfahrungen aus dieser Anfangszeit berichten.

Einen Kinderyogakurs in einem Kindergarten anzubieten bringt viele Vorteile mit sich. Die Kinder sind direkt vor Ort und müssen nicht von den Eltern extra gebracht werden. In der Regel ist ein Turn- oder Bewegungsraum in der Einrichtung vorhanden, den du kostenlos oder gegen eine winzige Gebühr nutzen kannst. Du hast in Sachen Werbung kaum Streuverluste und kannst direkt deine Zielgruppe ansprechen. Darüber hinaus kannst du das schwarze Brett im Kindergarten nutzen, um dort über deine aktuellen Kursinhalte oder dein Monatsthema zu informieren, was zusätzliche und vor allem kostenlose Werbung für dich ist. Darüber hinaus freuen sich viele Kindergärten über solche zusätzlichen Angebote, da gerade für die Tageskinder der Kindergartentag oft erst am späten Nachmittag endet.

Bei mir war es damals so, dass ich erst mal gar nicht auf die Idee kam in unserem örtlichen Kindergarten nachzufragen, ob sie an einem solchen Angebot Interesse haben, sondern ich wurde direkt von der Leiterin der Einrichtung angesprochen und habe die Chance natürlich genutzt.

Im ersten Schritt habe ich mir erst einmal überlegt, wie ich einen Kinderyogakurs im Kindergarten organisieren möchte. Ich habe mich dazu entschieden einen Kurs für Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren anzubieten und einen zweiten Kurs für Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren. Beide Kurse hatten jeweils eine Kursdauer von 45 Minuten und eine maximale Teilnehmerzahl von 6 Kindern. Abschließend habe ich dann noch die Kursgebühr für einen Kursblock von 8 Terminen festgelegt. Den Bewegungsraum in dem Kindergarten konnte ich übrigens kostenlos nutzen. Danach habe ich mit der Leiterin der Einrichtung noch gemeinsam festgelegt, wann der Kinderyogakurs wöchentlich stattfinden soll. Und auch über die Bezahlung gesprochen. In dieser Einrichtung läuft es mit solchen externen Angeboten grundsätzlich so, dass der Kursanbieter direkt mit den Eltern abrechnet und die Einrichtung damit im Grunde nichts zu tun hat.

Für mich war an diesem Punkt erst mal alles geklärt und ich habe angefangen im Kindergarten Flyer auszulegen und Aushänge zu machen, um über mein Angebot zu informieren. Die Kurse haben sich schnell gefüllt und dann ging es auch schon mit dem ersten Termin los. Aber schnell haben mich doch noch ein paar weitere organisatorische Fragestellungen eingeholt auf die ich absolut nicht vorbereitet war.

Mein Kind ist krank. Bekomme ich mein Geld zurück?

Ganz ehrlich? Keine Ahnung. An diesen Punkt hatte ich vorher natürlich nicht gedacht. Aus Unsicherheit und Unwissenheit heraus, habe ich das Geld erstattet. Und wenn ich ehrlich bin habe ich mit diesen ersten Kinderyogakursen definitiv kein Geld verdient! Ganz im Gegenteil, wenn ich meine viel zu gering kalkulierte Kursgebühr hole, die Erstattungen, die ich gewährt habe und noch die Ausgaben für Unterrichtsmaterialien dazu rechne, habe ich am Ende bei beiden Kursen sogar noch Geld drauf gelegt. Wie würde ich es heute mit 9 Jahren Erfahrung machen? Ich würde das Geld nicht erstatten. Natürlich möchte ich dir das auch erklären.

Es gibt mit Sicherheit Ausnahmen in denen es richtig und menschlich ist, die Kursgebühr zu erstatten. Aber das sind für mich nur ganz wenige Ausnahmen und jeder sollte froh sein, wenn er von einer solchen Ausnahme nicht betroffen ist. Ansonsten ist eine Erstattung der Kursgebühr bei mir grundsätzlich durch AGB (Allgemeine Geschäftsbedinungen) ausgeschlossen. Das heißt, meldet sich jemand verbindlich für den Kurs an, akzeptiert derjenige auch meine AGB und muss die Kursgebühr zahlen, auch wenn er vielleicht nur 1 oder 2 Mal teilnehmen kann. Dies hat den Grund, dass ich mit meinen Yogakursen Geld verdienen möchte. Deshalb kalkuliere ich die Kursgebühren entsprechend, gehe vorab schon Verbindlichkeiten ein und oft entstehen schon Aufwendungen, bevor ich überhaupt die erste Kursstunde durchgeführt habe. Deshalb kann es auch passieren, dass Kurse nicht stattfinden, wenn sich nicht genügend Teilnehmer melden. Das hört sich jetzt vielleicht unyogisch an, aber genau das ist halt eben der Unterschied zwischen "Yoga als Hobby" und "Yoga mit dem man seinen Lebensunterhalt verdient". Gerade bei Kursangeboten sind das ganz normale Geschäftsbedingen und eine Erstattung der Kursgebühr ist nie einfach so möglich. Sogar bei der Volkshochschule kannst du nicht einfach so die Erstattung der Kursgebühr verlangen. Wichtig ist einfach, dass du deine Geschäftsbedinungen klar formulierst und kommunizierst!

Eine weitere organisatorische Hürde, die gerne immer mal wieder auftaucht ist die Folgende:

Ich habe gerade leider kein Geld dabei. Ich bezahle einfach nächste Woche!

Ja klar, kein Problem! Und am Ende war der Kurs fast vorbei und es gab immer noch einzelne Eltern, die nicht bezahlt hatten. Seinem Geld wochenlang hinterher rennen zu müssen ist ebenfalls ein leidiges Thema. Und auch auf dieses Thema war ich in den Anfängen so gar nicht vorbereitet. Vielleicht hast du das auch schon einmal erlebt? Ich denke für jeden von und ist dies eine unangenehme und schwierige Situation, wenn man mit Kursteilnehmern umgehen muss, die einfach ihre Kursgebühr nicht zahlen. Zum Glück kam das bisher bei mir noch nicht oft vor. Aber auch in diesem Punkt habe ich meine Geschäftsbedingungen mittlerweile ganz klar formuliert und falls jemand doch am Ende nicht zahlen will, ist das letzte Mittel dann der Ausschluss vom Kurs leider auch bei Kinderyogakursen.

Wie gehst du mit diesen Herausforderungen um?

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