Leserfrage: Eine Mutter will im Kinderyogakurs mit dabei sein. Wie gehe ich damit um?

Eine Mutter will im Kinderyogakurs mit dabei sein. Wie gehe ich damit um? Konkret ging es in dieser Leserfrage um die Situation, dass eine Mutter bei den ersten Stunden des Yogakurses ihres Kindes im Grundschulalter dabei sein wollte. Nach meiner Erfahrung kommen solche Situationen eher bei den kleineren Yoga-Kindern im Alter von 3 bis 4 Jahren vor, wo manchmal auch die Kinder selbst wollen, dass die Mama noch mitkommt. Bei Grundschulkindern ist das aber doch eine ganz andere Situation. Also was tun, vor allem wenn du vielleicht genauso wie ich kein Fan von einsamen „Zuschauern“ im Yogakurs bist? Darüber hinaus ist das auch keine schöne Situation für das betroffene Kind, das dadurch vielleicht gehemmt wird oder sich beobachtet fühlt. Im schlimmsten Fall kann sich die Situation auch auf den Rest der Gruppe negativ auswirken und dich selbst beim Unterrichten verunsichern.

Im ersten Schritt finde ich es wichtig erst einmal das Problem der Mutter zu sehen und anzuerkennen. Wahrscheinlich ist es einfach nur Unsicherheit ihrerseits oder es sind irgendwelche Ängste, die sie vielleicht hat.

Im zweiten Schritt musst du dann überlegen, wie du die Situation für alle Beteiligten am besten auflösen kannst. Eine Möglichkeit, um solche Situationen von vorneherein zu vermeiden, ist es vor Beginn eines neuen Kurses eine Schnupperstunde anzubieten, an der alle Eltern teilnehmen können und dort auch die Möglichkeit zu geben Fragen loszuwerden. Für viele Eltern ist eine Kinderyogastunde leider immer noch wie die berühmte „Black Box“.

Im aktuellen Fall ist es für die Organisation einer Schnupperstunde zu spät. Ich persönlich würde deshalb die Mutter bei der Yogastunde dabei sein lassen, aber nur unter der Bedingung, dass sie aktiv in der Yogastunde mitmacht. Vorab würde ich ihr auch erklären, warum sie nur dabei sein kann, wenn sie auch mitmacht. Wenn sie nur am Rand als Zuschauerin sitzt hätte ich die Befürchtung, dass sich das am Ende negativ auf die ganze Gruppe auswirkt und das möchte ich vermeiden.

Die Mutter kann sich dann in unserem Kreis einen Platz suchen, so dass sie einfach ein weiteres Mitglied unserer Gruppe ist. Sie kann wie andere Kinder der Gruppe auch vielleicht eine Aufgabe übernehmen, wie zum Beispiel das Anschlagen der Klangschale o.ä. Wichtig ist für mich in dieser Situation einfach, dass die Mutter nicht am Rand sitzt und nervös und angespannt der Gruppe zuschaut und die Kinder sich beobachtet fühlen, sondern dass sie ganz ungezwungen in die Gruppe integriert wird.

Kinderyogastunde Probleme

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