Was sind Affirmationen und wie wirken sie?

Wir alle wissen wir wichtig gesunde Nahrungsmittel für unseren Körper sind. Auch schon die kleinsten Kinder wissen, dass viel Obst und Gemüse wichtig für ihr Wachstum und ihre Gesundheit ist. Und genauso sind auch positiven Gedanken und Worte für unsere mentale Gesundheit unerlässlich, denn „Ich bin, was ich denke!“

Kinder wie Erwachsene schenken im Laufe ihres Lebens den Worten und Gedanken anderer Menschen oft viel mehr Aufmerksamkeit als den eigenen. Und selbst wenn wir dann doch mal unseren eigenen Gedanken lauschen, werden wir meist wie magisch von den negativen Gedanken angezogen. Denn aus irgendeinem Grund fällt es uns oft leichter negatives zu glauben als positives. Diese negativen Gedanken dann aber wieder loszuwerden kann zu einer Lebensaufgabe werden. Deshalb ist es so wichtig Kindern bereits in jungen Jahren zu lehren ihre Gedanken zu beobachten, bewusst wahrzunehmen und in positive Bahnen zu lenken.

Affirmationen helfen und unterstützen Kinder dabei positiven Worten und Gedanken zu glauben und sich besser zu fühlen. Affirmationen sind positive Wörter oder kurze Sätze, die Kindern und Erwachsenen Stärke, Willenskraft, Motivation und Vertrauen geben können, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, eine anstehende Aufgabe zu bewältigen oder eine hartnäckige negative Denkweise loszuwerden. Sportler nutzten zum Beispiel Affirmationen, um vor einem Wettbewerb Konzentration und Entschlossenheit aufzubauen. Affirmationen werden in der 1. Person im Präsens (Gegenwart) formuliert und sind positiv und präzise.

 

Der Ursprung von Affirmationen im Yoga Sutra

Beim Thema Affirmationen haben viele von uns das Gefühl, dass es sich nur um einen neumodischen Trend handelt. Aber Affirmationen werden auch schon in den Yoga Sutras von Patanjali erwähnt. In Yoga Sutra 2.33 schreibt Patanjali hierzu:

Wenn negative Gedanken aufkommen, sollen gegenteilige (positive)
Gefühle erzeugt werden. Das ist "Pratipaksha Bhavana".

Mit Hilfe von Affirmationen starke, positive Gedanken zu erzeugen und so negative Gedanken zu vertreiben und den Geist zu kontrollieren nennt Patanjali "Pratipaksha Bhavana".

 

Übung zu Affirmationen "Der Gärtner für positive Gedanken"

Mit der Übung der "Gärtner für positive Gedanken" veranschaulichst du den Kindern das Thema und hilfst ihnen dabei negative Gedanken durch positive zu ersetzen. Die Übung kann im Sitzen oder in der Entspannungshaltung Shavasana ausgeführt werden.

Wir alle wissen was negative Gedanken sind. Solche Gedanken sagen uns oft, dass wir etwas nicht können, nicht gut genug sind, kein guter Freund sind, zu langsam sind usw. Wenn solch ein negativer Gedanke kommt, hör direkt auf darüber nachzudenken und stell dir stattdessen folgendes vor:

Stell dir vor, dass du in einem wunderschönen Garten stehst und Samen in den Händen hältst (Die Kinder schließen eine Hand). Du bist der Gärtner in diesem Garten und dafür verantwortlich, dass alles blüht und gedeiht, und glücklich ist; nicht nur die Blumen, sondern auch deine Gedanken. Nun wirfst du den Samen in die Luft (Die Kinder machen die Bewegung nach). Diese Samen sind keine Blumensamen, sondern Samen für glückliche Gedanken. Wir pflanzen diese Samen für glückliche Gedanken und erlauben ihnen zu wachsen. Dabei sind Samen für:

  • Ich bin glücklich.
  • Ich bin konzentriert.
  • Ich bin schlau.
  • Ich bin liebenswert.
  • Ich bin entspannt und ruhig.
  • Ich bin stark.
  • Ich bin wertvoll.
  • Meine Meinung zählt.
  • Ich vertraue mir selbst.
  • Ich bin respektvoll.

Such dir einfach den Samen aus, den du gerade brauchst, pflanze ihn und lasse ihn wachsen und gedeihen. Du bist in diesem Garten der Gärtner.

 

Lehr- und Unterrichtsmaterialien zum Thema

Hier findest du eine Auswahl an Stundenbildern, sowie Arbeitsblätter, die die Kinderyogastunde zu diesem Thema sehr schön ergänzen:

 

Hilfsmittel zum Üben von Affirmationen

Ein schönes, kleines Hilfsmittel zum Thema Affirmationen kommt aus dem Beltz-Verlag: Bärenstarke Gedanken für Kinder: Affirmationskarten zum Kinder-Mentaltraining von Saskia Baisch-Zimmer. Hierbei handelt es sich um 32 Affirmations-Karten für Kinder. Die Karten sind so aufgebaut, dass man mit ihnen Quartett spielen kann, aber du kannst sie auch einzeln nutzen, indem du zum Beispiel in der Yogastunde jedes Kind eine Karte ziehen lässt und mit den Kindern besprichst, was die Karte bedeutet. Die Karten sind in einem einheitlichen Design aufgebaut und haben das Format von Spielkarten 9 x 6 cm. Sie sind klar und übersichtlich gestaltet und im Mittelpunkt steht ein freundlich lächelnder Bär. Über dem Bär steht die Affirmation wie zum Beispiel "Ich kann viel." Unter dem Bär gibt es dann noch eine kleine Erläuterung zur Affirmation. In diesem Fall: Du kannst malen, basteln, lachen, Tiere streicheln und spielen. Denke an die Dinge, die dir gelingen. Die Karten sind ein schönes Hilfsmittel, um Affirmationen in die Kinderyogastunde mit einzubeziehen und so auf spielerische Weise das Selbstwertgefühl der Kinder und ihren Glauben an die eigenen Kräfte zu stärken!

 

Für Kinder geeignete Affirmationen

Es gibt unendlich lange und viele Listen im Internet mit den unterschiedlichsten Affirmationen für alle möglichen Lebensbereiche. Aber die wenigsten davon sind für Kinder geeignet. Im Folgenden findest du eine Auflistung von Affirmationen unterteilt in verschiedene Bereiche, die besonders gut für Kinder geeignet sind.

Schule

  • Ich bin konzentriert.
  • Ich erreiche meine Ziele.
  • Ich bin konsequent.
  • Ich bin zielstrebig.
  • Ich gebe mein bestes.
  • Ich bin schlau.

Gesundheit

  • Ich behandle meinen Körper mit Liebe und Respekt.
  • Ich lasse die Anspannung los.
  • Ich bin ruhig und gelassen.
  • Ich bin entspannt.
  • Ich bin ausgeglichen.
  • Ich bin gesund.
  • Ich lasse negative Energie und Gedanke los.
  • Ich denke positiv.
  • Ich bestimme über meine Gedanken.

Selbstbewußtsein

  • Ich bin stark.
  • Ich bin wertvoll.
  • Ich bin liebenswert.
  • Ich habe einen Platz in der Welt.
  • Ich akzeptiere mich.
  • Ich bin gut genug.
  • Ich bin selbstbewusst.
  • Ich bin einzigartig.
  • Ich bin zauberhaft.
  • Ich bin mutig.
  • Ich bin etwas Besonderes.
  • Ich bin außergewöhnlich.
  • Ich bin talentiert.
  • Ich kann es. Ich schaffe es.
  • Ich bin stolz auf mich.

Freundschaft

  • Ich bin ein guter Freund / eine gute Freundin.
  • Ich respektiere und achte alle Menschen.
  • Ich begegne anderen Menschen und Situationen mit Mut und Offenheit.
  • Ich bin hilfsbereit.
  • Ich bin respektvoll.
  • Ich öffne mein Herz.

Sonstiges

  • Ich bin glücklich.
  • Ich vertraue mir selbst.
  • Ich habe Vertrauen.
  • Ich bin zuversichtlich.

*Affiliate Link
**Werbung: Die "Affirmations-Karten: Bärenstarke Gedanken für Kinder" wurden als Rezensionsexemplar vom Beltz-Verlag zur Verfügung gestellt. In diesem Zusammenhang gilt: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

Nach der abgeschlossenen Ausbildung zur Kinderyogalehrerin will man meist schnellst möglich die ersten Kurse anbieten. Man stürzt sich eifrig in die Gestaltung und den Aufbau der ersten Kinderyogastunden; ist kreativ und sammelt Ideen. Aber neben der rein inhaltlichen Arbeit sollte man sich auch mit einigen grundsätzlichen Themen beschäftigen bevor man die ersten Kinderyogastunden anbietet.

Altersgruppen

Bietest du Kurse in einem Kindergarten oder eine Grundschule an, ergeben sich die Altersgruppen von selbst. Bietest du aber außerhalb solcher Einrichtungen Kurse an, solltest du eine Einteilung in Altersgruppen vornehmen. Auf diese Weise haben die Kinder in den einzelnen Kursen einen ähnlichen Entwicklungsstand. Im Folgenden findest du einen Vorschlag zur Einteilung von Kinderyogakursen in altersgerechte Gruppen. Hierbei ist zu beachten, dass die Altersvorgaben nicht strikt sind, sondern Rahmenbedingungen darstellen, von denen du im Einzelfall auch abweichen kannst bzw. mußt. Am Ende ist immer die persönliche Entwicklung des jeweiligen Kindes ausschlaggebend. So kann es zum Beispiel passieren, dass ein 8-jähriges Kind aufgrund seiner persönlichen Entwicklung eher in den Pre - Teen Kurs passt als in den Kurs der entsprechenden Altersgruppe.

  • 3-4 Jahre
  • 5-8 Jahre
  • 9-12 Jahre (Pre-Teen)
  • Ab 13 Jahren (Teen-Yoga)

Die oben genannten Altersgruppen beschreiben den Optimal-Zustand. Natürlich passiert es in der Praxis immer wieder, dass sich nicht genug Kinder einer Altersgruppe für einen Kurs anmelden. In diesem Fall werden die Altersabstände der Kinder in einem Kurs größer sein. In solchen Fällen ist es wichtig, dass du beim Unterrichten ein gutes Gleichgewicht findest, damit nicht der eine Teil der Kinder überfordert und der andere Teil unterfordert ist!

 

Kursdauer

Auch die Kursdauer ist ein wichtiges Thema im Kinderyoga. In Yogakursen für Erwachsene dauert eine Yogastunde meist 90 Minuten. Dies ist für Kinder eindeutig zu lang. Je jünger die Kinder sind, desto kürzer ist auch ihre Aufmerksamkeitsspanne! Die Länge der Aufmerksamkeitsspanne ist u.a. abhängig von der Entwicklung, aber auch den Interessen und der Persönlichkeit des Kindes. Deshalb empfehlen sich die folgenden Kursdauern für die betreffenden Altersgruppen:

  • Altersgruppe 3-4 Jahre - Kursdauer ca. 30 - 35 Minuten
  • Altersgruppe 5-8 Jahre - Kursdauer ca. 35 – 45 Minuten
  • Altersgruppe 9-12 Jahre - Kursdauer ca. 45 Minuten
  • Ab 13 Jahren - Kursdauer ca. 45 – 60 Minuten

 

Gruppenstärke

Bei der Gruppenstärke, also der Anzahl Kinder pro Kurs, gibt es wie auch schon bei der Einteilung in Altersgruppen einen theoretischen Optimal-Zustand und das wahre Leben. Der Optimal- Zustand würde wie folgt aussehen:

  • Altersgruppe 3-4 Jahre - Gruppenstärke ca. 6 Kinder
  • Altersgruppe 5-6 Jahre - Gruppenstärke ca. 8 Kinder
  • Altersgruppe 6- 8 Jahre - Gruppenstärke ca. 8 Kinder
  • Altersgruppe 9-12 Jahre - Gruppenstärke max. 10-12 Kinder
  • Ab 13 Jahre - Gruppenstärke max. 10-12 Kinder

Die Praxis sieht meist anderes aus vor allem wenn du in Schulen oder Kindergärten unterrichtest. Dort wird man oft direkt mit einer ganzen Kindergartengruppe oder Schulklasse konfrontiert, die die optimale Gruppenstärke bei Weitem übersteigt. Hier rate ich dir einfach auszuprobieren! Kinderyoga mit solch großen Gruppen kann funktionieren, muss aber nicht. In diesen Fällen kommt es auf die inhaltliche Gestaltung einer solchen Yogastunde an, aber auch immer auf die Harmonie in der Gruppe. Funktioniert der Unterricht in einer solch großen Gruppe nicht, ist der erste Schritt die Gruppe in 2 kleinere Gruppen aufzuteilen. Auch wenn du dann immer noch von der optimalen Gruppenstärke weit entfernt bist, kann die Aufteilung in 2 kleinere Gruppen schon den gewünschten Erfolg bringen.

 

Weitere Praxis-Tipps

  • Vor der ersten Yogastunde solltest du immer mit den Eltern abklären, ob bei dem Kind irgendwelche gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen, die man eventuell berücksichtigen muss. Möchtest du ätherische Öle in der Kinderyogastunde einsetzen, solltest du zusätzlich gezielt nach Allergien, Neigungen zu Epilepsie oder nach der eventuellen Durchführung einer homöopathischen Behandlung fragen.
  • Als Kinderyogalehrerin solltest du immer bei allen Aktivitäten und Übungen mitmachen. Sei ehrlich und authentisch! Kinder fühlen Aufrichtigkeit. Je ehrlicher und offener du selbst bist, desto mehr werden sich auch die Kinder öffnen.
  • Wiederholungen fühlen sich für Erwachsene schnell langweilig an. Kinder hingegen brauchen Wiederholungen! Sie geben ihnen Sicherheit. Die meisten Spiele und Übungen lassen eine Menge Raum für Variationen, für die die Kinder sehr dankbar sind.
  • Nicht jeder von uns hat einen gemütlichen, hellen und freundlich gestalteten Yoga-Raum für seine Stunden zur Verfügung. Versuche deshalb deinem Yogaraum durch Kerzen, Duftlampen, Chiffontücher und die Gestaltung der Raummitte Gemütlichkeit und Atmosphäre zu verleihen.

 

Die meisten Menschen werden sich nicht daran erinnern,
was du gesagt oder getan hast.
Aber sie werden sich an das Gefühl erinnern, das du ihnen gegeben hast.

~ Maya Angelou

organisation kinderyoga

Bilderquelle: © fizkes 142783145 Fotolia.com