Yogisches Begriffschaos.

Meditation, Entspannung, Visualisierung, Achtsamkeit und Affirmationen sind wichtige Begriffe in der Yoga-Welt und auch bereits im Kinderyoga dürfen regelmäßige Übungen hierzu nicht fehlen. Schon lange schreibe ich regelmäßig für die Eltern meiner kleinen Yogis Info-Blätter und mache Aushänge, damit sie wissen, was wir gerade in der Yogastunde üben, was unser aktuelles Thema ist und was wir da überhaupt im Yoga machen. Yoga ist für viele leider immer noch ein Buch mit 7 Siegeln, Esoterik oder Akrobatik; gerade im Bereich Kinderyoga. Deshalb ist es für mich umso wichtiger die Eltern so gut es geht zu informieren und mit einzubeziehen. Größte Verwirrungen gibt es immer wieder bei den Begriffen Meditation, Entspannung, Visualisierung, Achtsamkeit und Affirmationen.

Meditation.

In der Meditation geht es darum die Gedanken zur Ruhe zu bringen. Meditation ist ein Zustand von Frieden und Ruhe. Es gibt die unterschiedlichsten Arten wie man meditierten kann zum Beispiel durch die Wiederholung eines Mantras, durch das Betrachten einer Kerzenflamme oder durch die Konzentration auf die Atmung. Die Konzentration ist im Grunde nur eine Vorstufe oder Vorübung zur Meditation. Im bewussten Zustand der Meditation ist keine Konzentration mehr erforderlich und es bleibt nur noch die Klarheit. Der Geist ist zur Ruhe gekommen und produziert keine Gedanken mehr.

Entspannung.

Entspannung ist ein Zustand in dem man frei von körperlicher und seelischer Anspannung ist. Durch bewußtes Atmen wird zum Beispiel die körperliche Entspannung unterstützt. Der Zustand der Entspannung wird insbesondere am Ende einer Yogastunde in der Position Shavasana geübt. Shavasana gilt als eine der schwierigsten Asana und gliedert sich in 3 Phasen:

  • Phase 1: Die Phase 1 wird auch physiologische Entspannung genannt. In dieser Phase kommen die Gehirnwellen und die Atmung langsam zur Ruhe und der Blutdruck sinkt. Dies erste Phase, die im Grunde nur eine Vorbereitung auf das eigentliche Shavasana ist, kann bis zu 15 Minuten dauern.
  • Phase 2: Die Phase 2 wird gerne so beschreiben: Der Körper schläft und der Geist beobachtet.
  • Phase 3: Mit Phase 3 ist man dann endgültig in Shavasana angekommen. Hier fühlt es sich so an als wäre man von der Welt völlig losgelöst.

Visualisierung.

Unter Visualisierung wird die Fähigkeit verstanden mit geschlossenen Augen Bilder vor dem inneren oder geistigen Auge zu sehen, genauso wie auf einem Bildschirm. Hierdurch soll ein bestimmtes Gefühl herbeigeführt werden wie z.B. das Gefühl der Entspannung oder Geborgenheit. Fantasiereisen funktionieren so ähnlich und sind eine besondere Form der Visualisierung. Hierbei wird eine Reise zu einem anderen Ort visualisiert. Mit Hilfe von Visualisierungsübungen und Fantasiereisen finden Kinder und Jugendliche Ruhe und Entspannung vom Stress und der Hektik des Schulalltags.

Achtsamkeit.

Laut Jon Kabat-Zinn bedeutet Achtsamkeit dem Augenblick bewusst Aufmerksamkeit zu schenken. Allzu oft verpassen wir nämlichen den Augenblick, da wir uns Gedanken über die Zukunft machen oder noch in der Vergangenheit festhängen. Achtsam sind wir auch nicht, wenn wir mehrere Dinge gleichzeitig oder automatisiert erledigen. Achtsamkeit bezieht sich auf den gegenwärtigen Augenblick. Die Praxis der Achtsamkeit kann auch als Hilfsmittel in der Meditation angewandt werden.

Affirmationen.

Affirmationen sind positive, kurze Sätze, die Stärke, Willenskraft, Motivation und Vertrauen geben, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, eine anstehende Aufgabe zu bewältigen oder eine negative Denkweise in eine positive umzuwandeln. Sportler nutzten zum Beispiel Affirmationen, um vor einem Wettbewerb Konzentration und Entschlossenheit aufzubauen. Affirmationen wurden schon von Patanjali im Yoga Sutra erwähnt. In Yoga Sutra 2.33 steht hierzu geschrieben: "Wenn negative Gedanken aufkommen, sollen gegenteilige (positive) Gefühle erzeugt werden. Das ist "Pratipaksha Bhavana". Mit Hilfe von Affirmationen starke, positive Gedanken zu erzeugen und so negative Gedanken zu vertreiben und den Geist zu kontrollieren nennt Patanjali "Pratipaksha Bhavana".

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