Das Sanskrit-Wort Drishti hat in seiner Übersetzung viele ähnliche Bedeutungen:

  • Sehen
  • Schauen
  • Erblicken
  • Sehvermögen
  • Sehkraft
  • Sichtweise
  • Blick
  • Vision
  • Anschauung
  • Ansicht

Es bezieht sich hierbei aber nicht nur auf das körperliche Auge, sondern auch auf das geistige (innere) Auge.

Drishti ist eine Technik, die in vielen Yoga-Traditionen praktiziert wird. Im Ashtanga Yoga nach Sri K. Pattabhi Jois wird besonders viel Wert auf Drishti gelegt. Hier ist jeder Asana eines der 9 Drishtis zugeordnet. Abe auch B.K.S. Iyengar, Desikachar und viele andere große Yoga-Lehrer integrieren Drishti in ihr Yoga.

drishti

Drishti ist ein Werkzeug oder Hilfsmittel des Yoga, um eine Ablenkung des Sehsinns zu vermeiden oder ihr Vorzubeugen. Denn wenn die Augen in Bewegung sind, ist es meist auch die Aufmerksamkeit. Es handelt sich hierbei um einen Fokuspunkt, Blickpunkt oder Fixpunkt, der mit den Augen betrachtet wird. Gerade in Balance-Übungen wird oft ganz unbewusst Drishti praktiziert. Durch die volle Konzentration mit geöffneten oder geschlossenen Augen auf einen bestimmten Punkt will man die Aufmerksamkeit nach innen lenken, die Konzentration erhalten und die Energie in eine bestimmte Richtung steuern. Bei der Fixierung eines Drishti sollte der Blick allerdings nicht starr oder intensiv sein, sondern eher weich, leicht, entspannt und verschwommen. Es geht nicht darum irgendetwas gestochen scharf zu fokussieren, sondern der Drishti soll den Fokus am Ende nach innen lenken.

Im Yoga gibt es 9 Arten von Drishti. Diese 9 Arten beschreiben jeweils die unterschiedlichen Blickrichtungen:

Nr.DhristiFokuspunkt
1.Angustha Ma DyaiDaumen
2.NasagraiNasenspitze
3.HastagraiHand
4. & 5.ParsvaWeit nach rechts, weit nach links
6.UrdhvaNach oben, in die Weite, zum Himmel
7.Nabi ChakraNabel
8.PhadayoragraiGroßzehe
9.Ajna Chakra oder BroomadhyaStirn, 3. Auge

Je nachdem wohin der Blick gerichtet wird, hat dies unterschiedliche Wirkungen. So kann der nach oben gerichtete Blick (Urdhva Drishti) inspirierend wirken; der Blick nach unten (Nabi Chakra) im Herabschauenden Hund (Adho Mukha Svanasasana) dagegen beruhigend.

 

Drishti im Alltag

Das Konzept von Drishti kann auch wie so vieles im Yoga in das wahre Leben übertragen werden:

  • Hast du einen Traum, wird er nur Wirklichkeit, wenn du ihn nie aus den Augen verlierst!
  • „Ein Ziel, dass man nicht sieht, kann man auch nicht treffen.“ Da ist doch was Wahres dran!
  • „Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.“ Diese Redewendung wurde vor allem durch den Dichter Christoph Martin Wieland geprägt. Zum einen bedeutet dieses Sprichwort, dass man etwas, was man sucht, nicht sieht, obwohl es in unmittelbarer Nähe liegt. Das hat mit Sicherheit schon mal jeder im Alltag erlebt. Es kann aber auch bedeuten, dass jemand sich mit so vielen Kleinigkeiten beschäftigt, dass er den Blick für das "große Ganze" verliert.
  • Und auch der Dichter Christian Morgenstern bringt es auf den Punkt: "Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht." Eine Situation, die manche aus der Liebe kennen...

 

Drishti in der Yogastunde mit Jugendlichen

Drishti ist ein tolles Thema für die Yogastunde mit Jugendlichen, denn die Pubertät stellt ja irgendwie alles auf den Kopf, eine Krise folgt auf die nächste und nichts scheint mehr gleich zu bleiben. Außerdem ist die Pubertät eine Zeit des Zweifelns und der Unsicherheit. Gerade in dieser Lebensphase ist es extrem wichtig die eigenen Stärken zu finden und nicht aus den Augen zu verlieren, die Orientierung zu behalten, in vielen kleinen Krisen nicht den Überblick zu verlieren und sich einen eignen Anker zu schaffen. Drishti ist hier ein wunderbares Hilfsmittel des Yoga, um die Jugendlichen in dieser besonderen Lebensphase mit Yoga zu unterstützen.

Du kannst hier entweder eine komplette Yogastunde zum Thema Drishti gestalten oder aber das Thema im Zusammenhang mit Gleichgewichtshaltungen oder fortgeschrittenen Asana mit einfließen lassen. Ich würde dir aber empfehlen, das Thema Drishti zuerst in einer eigenen Yogastunde den Jugendlichen vorzustellen. So haben die Jugendlichen die Möglichkeit sich mit dieser Technik vertraut zu machen, sie auf unterschiedliche Art und Weise auszuprobieren und erste Erfahrungen zu sammeln. Danach kannst du die Technik auch in Yogastunden mit anderen Themen immer wieder bei verschiedenen Asana mit einfließen lassen und so festigen.

In meiner Yogastunde für Jugendliche, die ich zum Thema Drishti geschrieben habe, erfahren die Jugendlichen erst einmal alles zur Theorie von Drishti. Hier nutze ich sehr gerne die oben genannten Zitate und Redewendungen von Christian Morgenstern und dem Dichter Christoph Martin Wieland, die die meisten Jugendlichen zumindest schon einmal gehört haben. Danach folgt eine Aufwärmphase mit Übungen und Asana-Sequenzen, die auf den Hauptteil der Yogastunde vorbereiten in dem das Üben der 9 unterschiedlichen Drishti im Mittelpunkt steht. Für jedes Drishti habe ich hier eine eigene Asana-Sequenz mit sogenannten Schlüssel-Asana entworfen in denen das jeweilige Drishti geübt wird. Die letzten Asana-Sequenzen mit Drishti bereiten gleichzeitig auf die Entspannungsphase in Shavasana vor. Mit dieser Yogastunde habe ich so den Grundstein für die Yoga-Technik des Drishti gelegt und greife sie dann in weiteren Yogastunden bei ausgewählten Asana immer wieder auf und vertiefe sie gemeinsam mit den Jugendlichen.

drishti

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Begrüßungs- oder Anfangslieder singe ich meist mit meinen Yogakindern im Kindergartenalter. Hier nutze ich meistens die klassischen Begrüßungslieder, die die Kinder auch aus dem Kindergarten kennen. Diese Lieder passen auch zur Begrüßung in der Kinderyogastunde und beinhalten oft schon kleine, einfache Bewegungen zum Aufwärmen. Manche Lieder habe ich auch etwas abgewandelt, um sie entweder auf das Yogathema anzupassen oder Bewegungen zum Aufwärmen integrieren zu können. Hier einige Inspirationen für dich:

 

Halli Hallo, schön, dass ihr da seid

Halli Hallo, schön, dass ihr da seid, halli hallo wir freu‘n uns ja so!
Und die xxx ist da und die xxx ist da
Und der xxx ist da und die xxx ist da,
Halli hallo schön dass ihr da seid, halli hallo wir freu‘n uns ja so!

xxx = Namen der Kinder

Textherkunft: Verfasser unbekannt. Mündlich überliefert.

 

Hallo, hallo, schön, dass du da bist

Refrain:
Hallo, hallo, schön, dass du da bist.
Hallo, hallo, wir freuen uns so sehr.

1. Strophe:
Die Hacke und die Spitze, die können nicht mehr sitzen.

Refrain:
Hallo, hallo, schön, dass du da bist.
Hallo, hallo, wir freuen uns so sehr.

2. Strophe:
Die Ferse und die Zehen, die müssen weitergehen.

Refrain:
Hallo, hallo, schön, dass du da bist.
Hallo, hallo, wir freuen uns so sehr.

3. Strophe:
Die Arme müssen schwingen, wenn wir das Liedchen singen.

Refrain:
Hallo, hallo, schön, dass du da bist.
Hallo, hallo, wir freuen uns so sehr.

4. Strophe:
Den Kopf, den woll’n wir schütteln und mit den Schultern rütteln.

Refrain:
Hallo, hallo, schön, dass du da bist.
Hallo, hallo, wir freuen uns so sehr.

5. Strophe:
Der Wettkampf / Die Yogastunde kann beginnen, drum hör’n wir auf zu singen.

Refrain:
Hallo, hallo, schön, dass du da bist.
Hallo, hallo, wir freuen uns so sehr.

Textherkunft: Verfasser unbekannt. Mündlich überliefert.

 

Kurzes Begrüßungs- und Abschiedslied

Der folgende Text wird zur Melodie des Liedes „Alle meine Entchen“ gesungen:

Begrüßung:
Alle Yogakinder sind heut‘ wieder da. Sind heut‘ wieder da.
Lasst uns deshalb klatschen. Tra la la la la.

Abschied:
Alle Yogakinder gehen jetzt nach Haus‘. Gehen jetzt nach Haus‘.
Lasst uns deshalb winken. Tschüß, Auf Wiedersehen.

 

Kinderlied "Auf der Mauer, auf der Lauer"

Die Kinder sitzen in einer Reihe auf dem Boden und singen den folgenden Text:

Auf der Mauer, auf der Lauer sitzen alle Kinder.
Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ja auch die xxx.
Seht euch mal die xxx an, was die alles machen kann.
Auf der Mauer, auf der Lauer sitzen alle Kinder.

Das genannte Kind macht eine Bewegung oder zeigt seine Lieblings-Asana!

xxx = Namen des Kindes

Textherkunft: Verfasser unbekannt. Erstmals bei Georg Lehmann in „Nürnberger Kinderlieder“ in der Zeitschrift „Das Bayerland“ (1890, 1. Jahrgang) gedruckt.

 

Kinderyogastunde Probleme

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